Schwäbische Basics I – Kässpätzle

Original schwäbische Kässpätzle
Dank dem durchwachsenen Wetter am Samstag landete endlich mal wieder ein schwäbischer Klassiker bei uns auf dem Teller, echte schwäbische Kässpätzle.

Regionale Küche (in meinem Fall die schwäbische) ist ja so eine Sache. Wir Schwaben sind bei unserer Küche sehr eigen und werden aufgrund dubioser Erfahrungen schnell misstrauisch, wenn ein Nicht-Schwabe unsere Speisen kocht. Generell freuen wir uns natürlich, wenn sich jemand an unseren Leckereien versucht. Jedoch wurden wir schon zu oft auf brutalste Weise mit Kässpätzle aus der Tüte, Kartoffelsalat mit Mayo oder Maultaschen mit undefinierbarem Geschmack konfrontiert – zu viel für die zartbesaitete Schwabenseele.

Für alle Spätzleliebhaber starte ich daher heute mit einer Basic-Reihe rund um die schwäbische Küche. Künftige Artikel hänge ich hier am Ende des heutigen Artikels an. Die Rezepte stammen allesamt von  meiner Familie (Urgesteine der schwäbischen Alb) und werden schon seit Generationen weitergegeben. Jede Familie hat natürlich so ihre eigenen Kniffe und Tricks sowie Variationen. Die hier aufgeführten Rezepte haben daher keinen Anspruch auf Allgemeingültigkeit oder um im Schwäbischen zu bleiben:  muasch am Ende hald selbr gugga wia ds machsch :).

Das Allerallerallerwichtigste vorab: für Kässpätzle bitte immer selbstgemachte frische Spätzle verwenden. Käse auf Tütenspätzle sind keine Kässpätzle, allenfalls Spätzle mit Käs(e).

Die Zutaten für Kässpätzle (4 Personen)

750g Mehl
6 Eier
2 Kaffeelöffel Salz
ca. 300 ml Wasser
400g ger. Emmentaler oder Bergkäse
2 Zwiebeln
Butter

Zubereitung
Gleich zu Beginn wird zunächst der Käse grob gerieben und die Zwiebel in kleine Würfel oder nach Wunsch in feine Ringe geschnitten.
Spätzle frisch gemachtDas Mehl, die Eier, das Salz und das Wasser (zunächst 2/3 der Gesamtmenge) werden anschließend zu einem glatten, elastischen Teig geschlagen. Traditionell macht das die schwäbische Hausfrau/der schwäbische Hausmann mit einem Teiglöffel, es ist aber auch kein Frevel, hier einfach den Knethaken zu verwenden :). Der Teig für die Kässpätzle ist fertig, wenn er beim Schlagen Blasen wirft. Notfalls kann man hier mit Wasser verdünnen oder mit Mehl verdicken. Teig lässt sich ja irgendwie nicht so wirklich beschreiben – ich würde daher sagen er sollte so flüssig sein, dass er sich noch in die Spätzlereibe gießen lässt und so fest, dass er nicht gleich von alleine durchtropft.

Spätzlereibe für SpätzleDie Kässpätzle können wahlweise in der Spätzlepresse, mit der Spätzlereibe oder geschabt über dem Spätzlebrett hergestellt werden. Grundsätzlich macht man immer eine Portion Spätzle (die Spätzle zwei Mal aufkochen lassen), gibt diese dann direkt heiß in die Schüssel (nicht abschrecken!) und bedeckt die Schicht dann mit dem geriebenen Käse. So  fährt man Schicht für Schicht fort, bis der ganze Teig sowie der Käse aufgebraucht ist.
Zwischenzeitlich werden die geschnittenen Zwiebel in Butter goldbraun gebraten. Sind alle Spätzle geschichtet, rührt man einmal kurz mit zwei Gabeln durch. Ich gebe zum Schluss gerne noch ein paar Esslöffel vom Spätzlewasser darüber, das macht es besonders sämig oder schlonzig, wie wir zuhause sagen :).
Zum Schluss nun die Zwiebeln über die Spätzle geben und schon kann serviert werden. Dazu isst man in der Regel schlicht Salat.

Kleiner Tipp: übrig gebliebene Kässpätzle werden bei uns traditionell am nächsten Tag in der Pfanne gebraten und mit Kartoffelsalat gegessen.

Lasset´s eich schmecka!

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