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Erziehungstipps gibt es gratis

Mit Kind in der Öffentlichkeit beim Shoppen

Gehört ihr auch zu den Mamis, die von allen Seiten Erziehungstipps bekommen? Dann herzlich Willkommen im Club! Ich bin jetzt seit knapp 5 Monaten Mama, auf jeden Fall eine spannende und aufregende Zeit! Davor habe ich mir ausgemalt, wie es wohl mit all den anderen Mamas sein wird. Ich war auf positive sowie negative Situationen vorbereitet, schließlich hört man doch so einiges in Sachen Mama-Kriege.

Nicht vorbereitet war ich jedoch auf (die mir fremde) Umwelt, sei es auf offener Straße, in Drogerien oder Aufzügen. Warum ich ausgerechnet Aufzüge im Kopf habe? Weil mir hier wirklich Seltsames passiert ist und ich, wenn ich ehrlich bin, immer noch wütend bin.

Erziehungstipps im Aufzug – jetzt mach schon!

Kurz nach der Geburt musste ich zur Nachsorgeuntersuchung. Meinen kleinen Keks habe ich mitgenommen. Dort angekommen teilte ich den Aufzug mit diversen älteren Herrschaften. Leider hatte Janosch  so gar keine Lust auf beengte und überfüllte Fahrstühle und fing lautstark an zu weinen. Für mich kein Problem, für meine geplagten Mitreisenden allerdings wohl schon. Schon nach wenigen Sekunden wurde ich lautstark und äußerst barsch von einer Dame zurechtgewiesen, ich solle doch nun endlich mein Kind stillen. Ich war so perplex über die Ansage, dass ich die ältere Lady einfach weiter schimpfen ließ. Wie ein geprügelter Hund stand ich schon halb panisch in meiner Ecke und begann mich zu rechtfertigen. Am Ende ertappte ich mich dabei, wie ich der versammelten Runde mit leicht weinerlicher Stimme von unseren Stillproblemen erzählte und ergänzte, dass wir auch die Flasche geben.

Meine Mitreisenden im Fahrstuhl machten das Ganze anschließend nicht gerade besser. Anstatt sich über die Dame zu wundern, entbrannte sofort eine Diskussion über das Stillen. Nicht fehlen durfte ebenfalls eine Wutrede auf Frauen, die ihrem Kind die Flasche geben.
Nach der gemeinsamen Fahrt konnte ich es kaum erwarten, aus dem Sichtfeld der Omis zu verschwinden und ärgerte mich schließlich über meine maßlose Passivität.

Ein Einzelfall? Leider nein. Auch das Tragen im Tragetuch hat schon so manche, leicht aggressiv angehauchte Reaktion hervorgerufen. Unverblümt wurde Mißfallen klar gezeigt oder auch geäußert. Nicht nur einmal wurde ich auf offener Straße angegangen, weil Janosch es sich in seinem Tuch gemütlich gemacht hatte.

Tipps an die Mama gerne, wenn gefragt wird!

Mir wildfremde Menschen haben also plötzlich eine Meinung darüber, wie ich mich meinem Kind gegenüber zu verhalten habe. Sie wissen auch genau, was eine gute bzw. eine schlechte Mutter ausmacht. Generell scheinen Mamas Freiwild für Besserwisser, Hobbypsychologen und Pseudo-Kinderärzte zu sein.

Generell freue ich mich natürlich darüber wenn Menschen, sei es die Familie, Freunde oder auch Fremde, Anteil nehmen und helfen wollen. Konstruktive Erziehungstipps und generell Hilfe nimmt schließlich jeder gerne an und wer kennt nicht diesen Moment an der Kasse, in dem der kleine Keks ordentlich zu brüllen anfängt und einem die geshoppte Ware aus den schweißnassen Händen zu rutschen droht. Jeder gutgemeinte und verständnisvolle Blick wird in solchen Situationen gerne angenommen.

Richtig sauer werde ich aber, wenn Unwissenheit auf Unverschämtheit trifft und ich zur Zielscheibe diverser Besserwisser werde. Ich hoffe, künftig etwas lockerer mit solchen Situationen umzugehen  und auch mal eine passende Antwort aus dem Ärmel schütteln zu können. Hinterher fallen einem ja immer tausend super Sprüche ein : ). Bis dahin bleibe ich in meiner Ecke und hoffe, dass Janosch und ich keine weiteren Fahrstuhl-GAUs erleben müssen.

© redpepper82 / Fotolia.com