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Einmal auf Neuanfang bitte – oldschool Mundpropaganda und Monatslieblinge

Falls du mir auf Instagram folgst, hast du vielleicht kürzlich eine Story über meine neue Kategorie „Things I love“ gesehen. Ich habe dort ganz kurz schon mal angerissen, warum ich diese neue Kategorie auf meinem Blog eingeführt habe. Jetzt möchte ich hier im Blögle noch mal genauer erklären, worum es mir bei „Things I love“ genau geht.

Von realer Mundpropaganda zur Marketingstrategie

Schauen wir einmal einige Jahre zurück werden wir schnell feststellen, dass Mundpropaganda keine Erfindung der digitalen Medien oder des Marketings ist. Schon immer haben Menschen am liebsten auf andere Menschen gehört, wenn es um unabhängige Empfehlungen zu Produkten ging. Eine tatsächliche Erfahrung ist nun mal mehr wert als ein Werbebanner irgendwo im Web oder ein Plakat an der nächsten Litfaßsäule. Unternehmen wollen nun mal in erster Linie verkaufen und bauen gezielt Markenwelten auf, während unsere Freunde und Bekannte ganz simpel ihre tatsächlichen und unverfälschten Erfahrungen wiedergeben.

Lange Zeit haben wir also am Kaffeetisch Empfehlungen von Freunden eingeholt oder mal die nette Mutti vom kleinen Max im Kinderturnen nach ihren Erfahrungen mit X und Y gefragt. Alles ganz privat und unter vier Augen.

Dann kamen die digitalen Medien und damit erste Foren und Produkttesterplattformen. Plötzlich waren Kundenmeinungen überall und natürlich wissen gerade Unternehmen, wie wichtig diese für ihren Umsatz sind.  Mit den diversen Social Media Kanälen wie Facebook, Instagram aber vor allem auch Blogs wurde schnell klar, dass Unternehmen einerseits ihre Produkte direkt beim Konsumenten platzieren können, ohne als direkter Absender aufzutreten (wenn es clever gemacht wird) und anderseits aktive Nutzer mit guter Reichweite Geld daraus ziehen können.

Was eigentlich  zunächst nicht wirklich problematisch klingt, bringt jedoch bei genauerem Hinsehen auch so seine Schwierigkeiten mit sich: eine Vielzahl an Nutzern wollen mittlerweile mit Kooperationen und Produktplatzierungen Geld verdienen und sind sich teilweise weder für unpassende Produkte noch für gekaufte Follower zu schade.

Unternehmen überschwemmen hingegen den Markt und wirklich alle wollen „etwas mit Influencern“ machen. Wirklich langfristige und sinnvolle Konzepte gibt es dabei häufig nicht. Ebenso prüfen Unternehmen häufig nicht, ob die jeweilige Kooperation qualitativ hochwertig war und dem Unternehmen wirklich einen Mehrwert gebracht hat. Sei es jetzt in der Markenwahrnehmung oder gar in den Abverkäufen. Als KPI (Zielkennzahl) wird dann gerne mal einzig die Reichweite des Influencers genutzt. Das wissen Influencer natürlich auch. Und schon sind wir wieder bei der Frage, wie echt manche Fans und Likes wirklich sind und wie glaubhaft eine Produktempfehlung in der heutigen Zeit noch ist.

Alles Fake oder wie?

Das trifft natürlich nicht auf jeden großen Account zu. In vielen steckt viel Arbeit und Herzblut und so mancher alter Hase ist seit vielen Jahren dabei. Auch werden diese Accounts weiterhin nur Produkte bei sich platzieren, die sie guten Gewissens vorstellen können. Sie wissen durchaus, dass alles andere langfristig das Ende ihrer Glaubwürdigkeit herbeiführen könnte.
Wer genauer hinschaut, wird solche Accounts schnell an ihrem hochwertigen Content erkennen. Bei Insta reicht oft schon ein Blick auf das Verhältnis zwischen Interaktion und Fans, um Fakes zu erkennen. Auch ein Blick auf die Follower zeigt schnell, ob da ordentlich in Asia eingekauft wurde.

Sind Kooperationen schlecht?

Ganz klar nein, das sind sie nicht. Es ist absolut legitim, mit einem Unternehmen, das man gerne und guten Gewissens bei sich einbinden möchte, zu arbeiten. Entwickelt man gemeinsam eine schöne Kampagne mit echtem Mehrwert, sollte die Arbeit am Projekt auch entlohnt werden. Wir arbeiten tagtäglich schließlich auch nicht für umme.
Außerdem kann eine  gesunde Reichweite im passenden Segment durchaus als Währung gesehen werden.

Was hat das jetzt mit Things I love zu tun?

Jetzt habe ich einen kleinen Roman zu Influencer Marketing geschrieben und du fragst dich wahrscheinlich, was zum Henker das nun mit meiner neuen Kategorie zu tun hat. Kurzum, ich möchte wieder auf Anfang zurück, zumindest ein klein wenig. Ich möchte wieder von echten Produktempfehlungen lesen (und schreiben), die wirklich auf positive Erfahrungen basieren und die gerne weitergeben werden. Eben so wie damals am Kaffeetisch. Ich möchte nicht zum hundertsten Mal das gleiche Produkt von großen Konzernen vorgesetzt bekommen, weil hier gerade viel Budget in Influencer-Kampagen gesteckt wurden.

Vielmehr möchte ich diese kleinen Shop-Schätzchen unterstützen, die oft wunderschöne und liebevoll zusammengestellte Stücke in ihren Shops anbieten. Oft fehlt es diesen kleinen Shops an Budget für Werbekampagnen. Manchmal handelt es sich nicht mal um richtige Online-Shops. Auf DaWanda aber auch bei Instagram findet man so manchen Hobby-Bastler, der ganz wundervolle Handarbeiten anbietet. All diese versteckten Schätzchen sollen bei Things I love Gehör finden. Einfach weil ich sie wunderbar finde und mit dir teilen möchte.

Sind Kooperationen also kein Thema für Bubeles_Welt?

„Things I love“ wird auch künftig keine Affiliate Links oder bezahlte Platzierungen enthalten. Das heißt aber nicht, dass ich generell keine Kooperationen für das Blog eingehen werde. Wenn ich absolut hinter dem Produkt stehe und wir gemeinsam ein sinnvolles Konzept mit Mehrwert für dich als Leser erarbeiten, steht einer Zusammenarbeit nichts im Wege. Ganz nach dem Motto: Qualität vor Quantität.

Sodele, genug gesagt für heute. Jetzt kann ich dir nur noch ans Herz legen, einen Blick auf meine  aktuellen Lieblinge zu werfen. Diesen Monat stelle ich einige zuckersüße Produkte von Elchkind und Minamo vor! Reinschauen lohnt sich!

Alles Liebe,
Denise

 

2 Comments

  • Heiko

    Juli 6, 2017 at 9:37 pm

    Ich finde deinen Beitrag sehr gut. Manchmal frage ich mich nämlich wirklich, für wen und für was sich so mancher hergibt, um deren Werbung zu machen. Als relativer „newbie“ bekomme auch ich schon Anfragen für Kooperationen (auf einem Familien-Blog der Nachwuchs erwartet und augenscheinlich keine Haustiere hat, schon auch mal für Hundefutter) Die Qualität der Produkte und die Art der Anfragen zeigt mir aber deutlich, dass sich da nicht wirklich einer Informiert hat im Vorfeld. Sowas ist peinlich für das Unternehmen und für sowas, würde ich auch für viel Geld meinen „Namen“ nicht hergeben. Ich finde Werbung im Influencer Umfeld sollte vor allem eins sein, Authentisch! Das trifft in manchen Fällen nicht zu und somit verpufft der ganze Aufwand im nichts.

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    • Denise

      Juli 7, 2017 at 5:29 pm

      Hallo Heiko!
      Lieben Dank für dein Kommentar! Da bin ich ganz bei dir. Einerseits wollen Unternehmen mehr Qualität beim Content, andererseits hauen sie dann gerne mal Massenmails ohne Sinn und Verstand raus. Am Ende bekommst du dann das Hundefutter gratis :)).
      Eine Teilschuld sehe ich leider auch bei solchen, die lieber gestern als heute in den Influencer-Olymp aufsteigen möchten. Ich bin zB immer wieder erschrocken über all die Instagram-Profile, die einem heute folgen und morgen direkt wieder entfolgen, wenn man das Spiel nicht mitmacht. Der eigentliche Sinn, nämlich Qualität und Spaß an der Sache, geht dabei völlig verloren. Ich persönlich bin überhaupt kein Fan von likefürlike oder followfürfollow Posts und denke ehrlich gesagt, dass man damit am Ende auch nicht weit kommt. Mich nervt das so sehr, dass ich mir jetzt eine App dafür geladen habe. Dort sehe ich wer mir folgt, entfolgt, oder Likes und Kommentare wieder löscht.

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